Arthro­se

So wie wir äußer­lich altern, altern wir auch inner­lich. Außen sind es Fal­ten im Gesicht, wel­che sich im Alter bemerk­bar machen und in unse­rem Bewe­gungs­ap­pa­rat ist es zum Bei­spiel die alters­ge­mä­ße Dege­ne­ra­ti­on unse­res Gelenk­knor­pels, auch genannt Arthro­se. Die­se tritt häu­fig in Knie- und Hüft­ge­len­ken auf. Vie­le neh­men an, dass die­se Dege­ne­ra­ti­on unse­rer Gelenks­knor­pel mit Schmer­zen ein­her­ge­hen muss. Es ist auch oft der Fall, dass Men­schen mit Arthro­se unter Schmer­zen im arthro­ti­schen Gelenk leiden.

Vie­le Stu­di­en der ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te haben jedoch gezeigt, dass Arthro­se nicht unbe­dingt mit Schmer­zen ein­her­ge­hen muss*. Es gibt Men­schen mit Arthro­se im Knie oder in der Hüf­te, wel­che kei­ne Schmer­zen haben. Man­che Per­so­nen sind beschwer­de­frei, ande­re ver­spü­ren jedoch Schmer­zen bei All­tags­ak­ti­vi­tä­ten (beim län­ge­ren Gehen, beim Auf­ste­hen nach län­ge­rem Sit­zen und füh­len sich mor­gens oft steif in Knien und Hüf­ten). Wor­in unter­schei­den sich die­se Per­so­nen nun, wenn sie bei glei­cher „Abnüt­zung“ unter­schied­li­che Sym­pto­me zeigen?

Die For­schung der MSK Phy­sio­the­ra­pie hat gezeigt, dass ein ent­schei­den­der Unter­schied dar­in liegt, wie gut jemand trai­niert ist. Kraft und Koor­di­na­ti­ons­fä­hig­keit, sowie das Ver­hal­ten im All­tag bestim­men zu einem gro­ßen Anteil wie stark unse­re Schmer­zen sind und wie ein­ge­schränkt wir im All­tag sind.
Durch geziel­tes Trai­ning bei schmerz­haf­ten Hüft- und Knie­ar­thro­sen kön­nen sowohl die Ein­schrän­kun­gen im All­tag als auch die Schmer­zen mini­miert wer­den, und das ohne Ope­ra­ti­on, Cor­ti­son- oder Hyaluron-Infiltrationen.

Ent­ge­gen der land­läu­fi­gen Mei­nung kann die Knor­pel­de­ge­ne­ra­ti­on nicht rück­gän­gig gemacht wer­den, jedoch ist das nicht not­wen­dig um sei­ne Sym­pto­me wie Schmer­zen und Ein­schrän­kun­gen zu redu­zie­ren und wie­der einen nor­ma­len All­tag zu füh­ren. Meist sind es unse­re Bewe­gungs­ge­wohn­hei­ten bzw. Defi­zi­te in Kraft und Koor­di­na­ti­on bestimm­ter Sta­bi­li­sa­ti­ons­mus­keln wel­che zu ein­sei­ti­ger Belas­tung der Gelen­ke füh­ren. Dies führt zu ver­mehr­ter Spit­zen­be­las­tung eines ein­zi­gen Gelen­k­an­teils, wel­cher dann zu schmer­zen beginnt.

Auch wenn wir uns viel bewe­gen und im All­tag „viel auf den Bei­nen sind“, bewe­gen wir uns trotz­dem meist sehr ein­sei­tig, da wir immer auf die glei­chen Bewe­gungs­mus­ter zurück­grei­fen. Wir sind es gewohnt uns auf die­se EINE ART zu bewe­gen – Wir sind es gewohnt auf die­se EINE ART über die Stie­gen zu stei­gen – Wir sind es gewohnt auf die­se EINE ART in die Knie zu gehen – … Es sind unse­re GEWOHN­HEI­TEN, wel­che uns nicht aus dem Teu­fels­kreis her­aus­las­sen. Daher ist die All­tags­be­we­gung nicht die rich­ti­ge Bewe­gung, weil wir unse­re Bewe­gungs­ge­wohn­hei­ten ver­än­dern müs­sen. Die­se Umstel­lung erfor­dert geziel­te Auf­merk­sam­keit. Ohne geziel­te Auf­merk­sam­keit kann kei­ne Ver­än­de­rung unse­rer Bewe­gungs­ge­wohn­hei­ten pas­sie­ren. Bewe­gung in unse­ren alten Bewe­gungs­mus­tern, wird also nichts ver­än­dern an der Schmerz­si­tua­ti­on. Denn meist waren es genau die­se Gewohn­hei­ten, die uns in die­se Schmerz­si­tua­ti­on gebracht haben. Schlech­te Bewe­gungs­ge­wohn­hei­ten füh­ren zu einer ver­än­der­ten Koor­di­na­ti­on, Schwä­chung bestimm­ter Mus­keln und Über­ak­ti­vie­rung und Ver­span­nung ande­rer Mus­keln.
Unter­su­chun­gen haben gezeigt, dass sol­che Bewe­gungs­ge­wohn­hei­ten zu Arthro­se füh­ren. Die däni­sche For­scher­grup­pe um Prof. Ewa Roos, PhD hat genau für die­ses Pro­blem der Hüft- und Knie­ar­thro­se das soge­nann­te GLAD Pro­gramm erstellt. GLAD – Good Life with Arthri­tis Den­mark. An die­sem Pro­gramm haben bereits mehr als 38000 Pati­en­ten teil­ge­nom­men und es konn­te gezeigt wer­den, dass es nach der Teil­nah­me an die­sem Pro­gramm zu einer merk­li­chen Ver­bes­se­rung der Beschwer­den kam. Eine deut­li­che Schmerz­re­duk­ti­on, weni­ger Schmerz­me­di­ka­men­te, weni­ger Ope­ra­tio­nen und mehr Ver­trau­en in ihre Gelen­ke waren die Ergeb­nis­se der Studie.

Per­form Phy­sio zählt zu den ers­ten Phy­sio­the­ra­pie-Pra­xen in Öster­reich wel­che das GLAD Pro­gramm umset­zen. Zusam­men mit den The­ra­peu­ten wird das Pro­gramm erar­bei­tet, wel­ches aus der Edu­ka­ti­on von Pati­en­ten und dem Erstel­len eines Trai­nings­pro­gram­mes besteht. Die­ses Pro­gramm wird am bes­ten in der Grup­pe durch­ge­führt. Genaue Infor­ma­tio­nen fol­gen. (hier ein Link zum GLAD Pro­gramm: https://gladschweiz.ch/informationen-fuer-patienten/)

Unser Ziel ist es, dir nicht nur die rich­ti­gen Übun­gen zu zei­gen, son­dern dir die Übun­gen rich­tig zu zei­gen. Es ist näm­lich nicht sehr schwer die rich­ti­gen Übun­gen falsch durch­zu­füh­ren. Wir von Per­form Phy­sio sind spe­zi­ell aus­ge­bil­de­te Phy­sio­the­ra­peu­ten, die sich inten­siv mit dem The­ma Trai­ning und Trai­nings­the­ra­pie aus­ein­an­der­ge­setzt haben. Die­ses Wis­sen geht über das Stan­dard­wis­sen vie­ler ande­rer Trai­ner hin­aus, da wir auch die Patho­lo­gie und die Wund­hei­lung beach­ten müs­sen, bzw. auch even­tu­el­le Schmer­zen berück­sich­ti­gen. Wir wol­len uns für den Pati­en­ten Zeit neh­men und freu­en uns, wenn sich am Ende der Erfolg ein­stellt. Daher ist es auch uns sehr wich­tig, dass DU weißt, was du beim Trai­ning beach­ten musst.

Das GLAD Pro­gramm star­tet im Herbst 2020 mit ihrer ers­ten Run­de im Per­form Physio.

Falls wir dein Inter­es­se geweckt haben und du am GLAD Pro­gramm teil­neh­men möch­test, bzw. an unse­ren ande­ren Pro­gram­men inter­es­siert bist, dann mel­de dich ein­fach bei uns. Wir kön­nen das wei­te­re Vor­ge­hen besprechen.

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