Nacken­schmerz

Viel­leicht kommt es mir auch nur so vor, aber seit Beginn mei­ner phy­sio­the­ra­peu­ti­schen Arbeit sehe ich heu­te ver­hält­nis­mä­ßig mehr Nacken­schmerz­pa­ti­en­ten als Kreuz­schmerz­pa­ti­en­ten. Mög­li­cher­wei­se liegt es an der häu­fi­ge­ren Nut­zung von Smart­phones (viel­leicht habe ich mei­ne frü­he­ren Nacken­pa­ti­en­ten auch ver­drängt, da ich öfters über­for­dert war mit ihrer Behand­lung). Je genau­er ich mich die letz­ten Jah­re mit dem The­ma Nacken­schmerz aus­ein­an­der­ge­setzt habe, des­to lie­ber wur­den mir die­se Pati­en­ten auch. Heu­te zäh­len sie zu mei­nen liebs­ten Pati­en­ten 🙂

Der Nacken bzw. die Hals­wir­bel­säu­le ist aus vie­len Grün­den für die opti­ma­le Funk­ti­on des Bewe­gungs­ap­pa­ra­tes wich­tig. Der Nacken trägt unse­ren Kopf und unser Gehirn. Wei­ters trägt die Mus­ku­la­tur unse­rer Hals­wir­bel­säu­le wesent­lich zu unse­rer Ori­en­tie­rung im Raum bei. Außer­dem ver­sor­gen die Ner­ven, wel­che aus der Hals­wir­bel­säu­le stam­men den gesam­ten Arm und die Mus­ku­la­tur unse­res Schul­ter­gür­tels. Vie­le Beschwer­den im Arm oder in der Schul­ter haben daher ihre Wur­zel in der Hals­wir­bel­säu­le (Car­pal­tun­nel­syn­drom, Ten­nis­ell­bo­gen, Schmer­zen im Bereich des Schul­ter­blat­tes, …). Immer wie­der kom­men Pati­en­ten in unse­re Pra­xis mit Beschwer­den in der Schul­ter oder einem Ten­nis­ell­bo­gen. Sie wur­den bereits durch loka­le The­ra­pie­an­wen­dun­gen behan­delt, jedoch ohne Erfolg. Für mich ist, dass ein Zei­chen, dass ich die Hals­wir­bel­säu­le unter­su­che, auch wenn die­se zur­zeit kei­ne Beschwer­den macht. Ein gut aus­ge­bil­de­ter MSK Phy­sio­the­ra­peut kann meis­tens inner­halb von Minu­ten her­aus­fin­den ob die Hals­wir­bel­säu­le Teil des Pro­blems ist.

Eine genaue Unter­su­chung der Gelen­ke, Ner­ven und der Funk­ti­on der ein­zel­nen tie­fen und ober­fläch­li­chen Mus­keln führt den MSK Phy­sio­the­ra­peu­ten zu einer Bewe­gungs­dia­gno­se und bestimmt das indi­vi­du­el­le Trai­nings- und The­ra­pie­pro­gramm. Eine wesent­li­che Rol­le spielt hier­bei das Zusam­men­spiel unse­rer tie­fen Sta­bi­li­sa­ti­ons­mus­keln (die Kla­vier­spie­ler der Hals­wir­bel­säu­le) und unse­rer ober­fläch­li­chen Kraft­mus­keln (die Vor­schlag­ham­mer-Schwin­ger). Besteht zwi­schen tie­fem und ober­fläch­li­chem Sys­tem eine Dys­ba­lan­ce, ist es als ob unse­re Vor­schlag­ham­mer-Mus­keln eine Melo­die auf dem Kla­vier zu spie­len ver­su­chen. Meist ver­lie­ren die tie­fen Mus­keln ihre Effi­zi­enz und statt­des­sen sprin­gen unse­re ober­fläch­li­chen Kraft­mus­keln ein. Dies führt zum Gefühl von Stei­fig­keit und Ver­span­nun­gen im Nacken, dem die meis­ten Pati­en­ten intui­tiv mit Dehn­übun­gen ent­ge­gen­wir­ken wol­len. Lei­der ist dies meist die fal­sche Her­an­ge­hens­wei­se, denn nur wenn die tie­fen Sta­bi­li­sa­ti­ons­mus­keln ihre Funk­ti­on opti­mal aus­füh­ren kön­nen, kön­nen sich die Kraft­mus­keln zurück­leh­nen und unse­rem Nacken die opti­ma­le Bewe­gungs­frei­heit wie­der­ge­ben.

Die Unter­su­chung und Behand­lung des Nackens und der Hals­wir­bel­säu­le ist also kom­plex und erfor­dert Erfah­rung in die­sem Bereich. Dies kann nicht durch eine schnel­le Suche im Inter­net erreicht wer­den. Man fin­det zwar vie­le Nacken­übun­gen, aller­dings sind 90% der gän­gi­gen Übun­gen über­holt und inef­fi­zi­ent.

Wir von Per­form Phy­sio sind spe­zi­ell aus­ge­bil­de­te Phy­sio­the­ra­peu­ten, die sich inten­siv mit dem The­ma Trai­ning und Trai­nings­the­ra­pie aus­ein­an­der­ge­setzt haben. Die­ses Wis­sen geht über das Stan­dard­wis­sen vie­ler ande­rer Trai­ner hin­aus, da wir auch die Patho­lo­gie und die Wund­hei­lung beach­ten müs­sen, bzw. auch even­tu­el­le Schmer­zen berück­sich­ti­gen. Unser Ziel ist es, dir nicht nur die rich­ti­gen Übun­gen zu zei­gen, son­dern dir die Übun­gen rich­tig zu zei­gen. Es ist näm­lich nicht sehr schwer die rich­ti­gen Übun­gen falsch zu machen.

Wir wol­len uns für den Pati­en­ten Zeit neh­men und freu­en uns, wenn sich am Ende der Erfolg ein­stellt. Daher ist auch uns sehr wich­tig, dass DU weißt, was du beim Trai­ning beach­ten musst.

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